Arbeitsanleitung Gipsmodell

Aufgabenstellung: Aus den ausgegebenen Silikonformen soll je ein blasenfreies Ober- und Unterkiefer-Gipsmodell mit handangerührtem Gips ausgegossen und parallel zur Kauebene getrimmt werden.

 

 
1. Gipsform vorbereiten
 
2. Gips anrühren
 
3. Modell ausgießen
 
4. Gipsbecher reinigen
 
5. Modell bearbeiten
 
6. Unterkiefer trimmen
 
7. Oberkiefer dazu trimmen

Benötigte Materialien:

  • Silikonentspanner
  • Gipsnapf
  • Gipsanrührspatel
  • kleines Wachsmesser
  • Skalpell
  • Geo-Dreieck

Vorgehensweise:

  1. Die Silikonform wird gründlich gereinigt. Da Silikon wasserabweisend ist, wird das Ausgießen erleichtert, wenn die Form mit einem Silikonentspanner eingesprüht wird. Anschließend muß die Form gut trockengeblasen werden.

  2. Der Gipsbecher wird etwa 2cm hoch mit kaltem Wasser befüllt, oder man mißt die benötigte Menge Wasser und Gips mit Meßbecher und Waage ab.

  3. Aus dem Gipsspender läßt man jetzt Gipspulver in das Wasser hineinrieseln. Die Menge muß etwa so groß sein, daß der Gips im Wasser einen Berg bildet, dessen Spitze einige Zentimeter über die Wasseroberfläche hinausragt.

  4. Anschließen läßt man den Gips 20 sec stehen (Sumpfzeit), damit das Gipspulver sich mit Wasser vollsaugen kann.

  5. Jetzt wird der Gips mit dem Gipsspatel gründlich verrührt (60 sec). Dabei sollte man darauf achten, daß möglichst nicht zuviel Luft untergerührt wird.

  6. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn der Gips nicht mehr von alleine fließt, sich jedoch noch problemlos umrühren läßt.

  7. Die Form wird jetzt auf den Rüttler gestellt.

  8. Das Einfüllen des Gipses in die Form erfolgt möglichst immer von der gleichen Stelle aus (z.B. im Seitenzahnbereich oder im Bereich des Gaumens der Oberkieferform).
    Dabei wird mit einem kleinen Wachsmesser der Gips aus dem Gipsnapf entnommen und das Wachsmesser auf die Form gedrückt. In diesem Augenblick fängt der Gips durch die Bewegung des Rüttlers an zu fließen. Dieses wiederholt man am besten so lange, bis der gesamte Zahnbogen gefüllt ist.

  9. Zum Ausfüllen der restlichen Form kann man jetzt auch den großen Gipsspatel nehmen.

  10. Die vollständig gefüllte Gipsform läßt man jetzt zum Aushärten ruhen. Man sollte jedoch keinesfalls vergessen, dem Gipsnapf zu reinigen.

  11. Beim Reinigen ist darauf zu achten, daß sich im Waschbecken ein Stopfen befindet, damit der Großteil des Gipses sich absetzen kann und nicht in die Kanalisation gelangt. Aus diesem Grunde sind Gipsbecher auch nur in den Waschbecken auszuwaschen, die mit einem Gipsabscheider ausgestattet sind. Gipsnäpfe sollte man nicht im Wasser des Trimmerbeckens reinigen, da die hier enthaltenen Gips- und Seifenrückstände für ein ungleichmäßiges Abbinden sorgen können.

  12. Beim Abbinden erwärmt sich der Gips. Nach erfolgter Abkühlung (ca. 30 Minuten) ist er fest und kann vorsichtig aus der Form entnommen werden.

  13. Jetzt sollte man sich sein Modell gründlich anschauen. Ist es blasenfrei, so ist es zur weiteren Verarbeitung geeignet, ansonsten die gesamte Prozedur leider wiederholt werden.

  14. Durch Blasen in der Form weisen die Modelle Gipsüberschüsse auf. Diese müssen mit einem Skalpell vorsichtig abgekratzt werden. Dieser Vorgang wird als Radieren bezeichnet.

  15. Bei der Herstellung von Patientenmodellen, muß am Unterkiefermodell noch der Bereich der Zunge ausgeschliffen werden, damit die Zähne auch von lingual beurteilt werden können. Bei den aus den Silikonformen ausgegossenen Modellen ist dies nicht notwendig.

  16. Anschließend erfolgt das Trimmen des Modells:

  17. Beim Trimmen des Modells wird zunächst die Modellunterseite des Unterkiefermodells getrimmt. Sie wird dazu mit leichtem Druck gegen die Trimmerscheibe gedrückt und sollte danach beim Auflegen auf den Tisch nicht mehr wackeln.

  18. Anschließend erfolgt die Kontrolle, ob das Modell auch gerade getrimmt ist. Die Kauebene soll parallel zur Modellunterseite liegen. Dies kann durch Auflegen eines Geo-Dreiecks überprüft werden.

  19. Zunächst erfolgt jetzt das Trimmen der beiden Modellhinterkanten, indem das Oberkiefermodell auf das Unterkiefermodell aufgesetzt und beide gegen die Trimmerscheibe gehalten werden.

  20. Anschließend wird der Oberkiefer so getrimmt, daß ein darüber gelegtes Geo-Dreieck in allen Richtungen parallel zur Tischplatte verläuft.

  21. Diagnosemodelle werden in der Hochschule rund getrimmt, Arbeitsmodelle sollen eckige Kanten aufweisen. Dabei sollten die Modelle nicht übermäßig dick sein, um sie platzsparend archivieren zu können.



Abschlußkontrolle:

Ist das Modell blasenfrei?

Wurden alle Positiv-Blasen radiert?

Ist die Trimmung von Ober- und Unterkiefer korrekt?